Viele Schlaganfälle ließen sich vermeiden:
Hilflosigkeit ist die schlimmste aller Krankheiten
Arteriosklerose ist der stille Architekt des Schlaganfalls
Ein Schlaganfall verändert das Leben eines Menschen von einem Moment auf den anderen – und das seiner Angehörigen gleich mit! Selbst wer eine solche Attacke überlebt, hat nicht selten mit schweren Einschränkungen wie bspw. halbseitigen Lähmungen, Sprach- oder Gefühlsstörungen oder einer insgesamt deutlich verminderten Leistungsfähigkeit zu kämpfen.
Dr. med. univ. Josef Haus, Neurologe in der Orthopädie im Marianowicz Zentrum – Zeit für Gesundheit, ist sich sicher, dass die Zahl von mehr als 63.000 jährlichen Toten, die an den Folgen eines Schlaganfalls sterben, durch frühzeitige medizinische Gegenmaßnahmen deutlich verringert werden könnte. Eine medizinische Analyse des individuellen Arteriosklerose Risikos, bspw. im Rahmen eines neurologischen Check-ups, könnte viel Leid vermeiden. „Arteriosklerose ist der stille Architekt des Schlaganfalls – sie entwickelt sich unbemerkt und kann erheblichen Schaden anrichten. Durch gezielte Präventionsmaßnahmen kann man die Blutgefäße besser schützen und eingreifen, bevor sie verstopfen“, erklärt Dr. med. univ. Josef Haus. Denn fatal ist, dass Veränderungen in den Blutgefäßen vom Betroffenen oft zu spät oder gar nicht bemerkt werden.
Die Folge: Ablagerungen in Blutgefäßen können unbemerkt zunehmen und machen das Leben von Betroffenen fortan zum stillen Tanz auf dem Pulverfass! Denn es besteht die Möglichkeit, dass sich eine Ablagerung löst und ein Blutgefäß im Hirn verschließt, oder dass sich eine bestehende Engstelle weiter verengt und schließlich ganz verschließt. Im Falle eines Schlaganfalls kommt es dann durch Minderversorgung mitunter zu irreversiblem Absterben von Nervenzellen.
Wer schon einmal versucht hat, eine Kugel Eis in einem Milchshake mit einem Strohhalm aufzusaugen, kann sich in etwa vorstellen, was eine verstopfte Arterie bewirkt: es kommt nichts mehr hindurch! Dr. med. univ. Haus erläutert, dass nicht allein das Alter die Elastizität der Arterien beeinflusst. Hinzukommen individuelle Lebensstil-Risiken wie Rauchen oder Übergewicht. Wenn die Familienanamnese ergibt, dass bereits Blutsverwandte einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hatten, ist ebenfalls Vorsicht geboten – auch schon in mittleren Jahren!
Als Hochrisiko-Patienten gelten außerdem Menschen, die an Bluthochdruck oder Diabetes leiden. Aber auch akut auftretender unklarer Schwindel, vor allem mit Begleitsymptomen sollte differentialdiagnostisch in Bezug auf Schlaganfall eingeordnet werden, ist sich Dr. med. univ. Josef Haus sicher.
Positiv ist, dass das Sprichwort „Es gibt Tage, die kosten Jahre“ mit der richtigen medizinischen Versorgung variiert werden kann: „Es gibt Vorsorgeuntersuchungen, die schenken gesunde Jahre!“ Eine neurologische Untersuchung der Halsschlagader gehört unbedingt dazu.